Mit affenartiger Geschwindigkeit

Syker Unternehmen macht Spezialgerät zur Wertholzentastung serienreif

Michael Heuer (ganz links) und Ernst Jordan (ganz rechts) stellten dem Arbeitskreis Wirtschaft der SPD-Landtagsfraktion gestern ihre Maschine zur Wertholzentastung vor. - Foto: Jantje Ehlers
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Michael Heuer (ganz links) und Ernst Jordan (ganz rechts) stellten dem Arbeitskreis Wirtschaft der SPD-Landtagsfraktion gestern ihre Maschine zur Wertholzentastung vor. 

Syke - Von Michael Walter. Der Husarenaffe ist einer der schnellsten Kletteraffen der Welt. Erythrocebus patas lautet sein wissenschaftliche Name. Und weil auch ihre Erfindung mit affenartiger Geschwindigkeit Baumstämme hoch und runter klettert, haben Ernst und Tim Jordan sie Patas genannt.

 

Gebaut wird dieser spezielle Kletteraffe bei RC Hydraulik in Syke. Und dort hat ihn sich am Dienstag der Arbeitskreis Wirtschaft der Niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion im Rahmen seiner Sommerreise angeschaut.

Tüftler Ernst Jordan und RC-Hydraulik-Geschäftsführer Michael Heuer kennen sich schon Jahrzehnte und haben schon oft zusammengearbeitet. Der 70-jährige Jordan ist Spezialist für alles, was mit Holzwirtschaft zusammenhängt, hat früher selbst Forsten besessen. Jetzt hat er die Lösung eines Problems gefunden, das die Branche schon seit Ewigkeiten beschäftigt:

Das wertvollste Holz ist das mit den wenigsten Astlöchern. Beim Anbau müssen also die Stämme der Bäume zu bestimmten Zeiten entastet werden. Das geschieht bis heute von Hand. Doch Patas soll das in absehbarer Zeit ändern.

 

Bäume überlebten erste Versuche nicht 

Es ist nicht der erste Versuch, diese Abläufe zu maschinalisieren. Schon in den 70er Jahren, erzählt Ernst Jordan den Besuchern von der SPD, hatte eine namhafte deutsche Firma solch ein Gerät entwickelt. Das funktionierte im Grunde auch prima. Nur: Zwei Jahre später waren die Bäume tot.

„Bei diesem Gerät wurde damals eine Apparatur mit beweglichen Kreissägeblättern die Stämme hochgefahren“, beschreibt Jordan. „Dabei wurden jedoch die empfindlichen Wachstumsschichten unter der Rinde beschädigt.“ Teils durch die Sägeblätter, teils durch den hohen Anpressdruck des Geräts.

Bei Patas soll das alles anders sein: Das mechanische Kletteräffchen arbeitet nicht mit Sägeblättern, sondern mit Messern und verletzt dadurch die Rinde nicht. Außerdem ist es klein und leicht.

„Wertholzentastung ist eine zeitaufwändige, personalintensive Arbeit“, sagt Ernst Jordan. und Sohn Tim ergänzt: „Wenn es schnell geht, schafft ein geübter Mensch zwei bis vier Bäume pro Stunde. Patas schafft in der gleichen Zeit um die 40.“

Erfolgreiche Zusammenarbeit 

Viele Jahre hat Ernst Jordan daran gearbeitet und verschiedene Prototypen entwickelt. Entschieden weitergebracht hat ihn die Zusammenarbeit mit seinem alten Freund Michael Heuer. Nach vielen Jahren als Angestellter hatte der sich 2004 selbstständig gemacht und „aus einer Werkzeugkiste“ RC Hydraulik gegründet. 

Spezialisiert auf Schiffstechnik und Tiefsee-Rettungssysteme, hat sein Unternehmen seitdem eine Menge Know-how für alles angesammelt, das hydraulisch bewegt wird. Was Jordan sich ausgedacht hat, konnten die Syker bauen. Schon der jüngste Prototyp, mit dem er sein System auf Fachmessen vorgestellt hat, ist in Syke gebaut und mittlerweile serienreif gemacht worden. Auch die Serienproduktion soll in Syke erfolgen. Wenn alles klappt, ab dem zweiten Quartal 2018.

 

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https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/syke-ort44535/syker-ueberraschungsei-8493189.html

Reihe „Hidden Champions“

RC Hydraulik: Das Syker Überraschungsei

Zum Kerngeschäft des Syker Unternehmens gehören Hydraulikanlagen für Schiffe. Dieses zwei Tonnen schwere Stahlteil zum Beispiel wird einmal ein Ausbringer für Rettungsboote. - Foto: Michael Walter
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Zum Kerngeschäft des Syker Unternehmens gehören Hydraulikanlagen für Schiffe. Dieses zwei Tonnen schwere Stahlteil zum Beispiel wird einmal ein Ausbringer für Rettungsboote.

Syke - Von Ulf Buschmann. Es gibt Firmen, deren Produkte hat man schon tausendmal in der Hand gehabt, ohne es zu wissen. Und es gibt Firmen, die in ihrer Branche eine führende Rolle spielen, ohne dass es allgemein bekannt wäre. Syke hat von beiden eine ganze Menge. Ein paar dieser „Hidden Champions“ möchte die Kreiszeitung in den nächsten Wochen vorstellen.

 

Vorfreude bei den Fahrgästen: Ende September sollte es mit der „Albatros“ auf Kreuzfahrt gehen. Richtung Norden, und dann fast immer geradeaus. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Fünf Seemeilen vor Bremerhaven musste das Schiff wegen eines Schadens an der Ruderanlage ankern. Dieser Umstand war sogar eine Radiomeldung wert. Ein Techniker sei aber zur Behebung des Schadens schon unterwegs, hieß es.

Wenn Michael Heuer an diesen Tag denkt, muss er immer noch schmunzeln. „Der Techniker war ich“, offenbart der Geschäftsführende Gesellschafter von RC Hydraulik an der Syker Werkstraße. Ihm gelang es, die Ruderanlage zu reparieren. Um den teuren Werftaufenthalt und den Ausfall der Kreuzfahrt kam der Veranstalter und Eigner der 1957 in Dienst gestellten „Albatros“ nochmal herum.

RC Hydraulik hat sich seit der Gründung 2004 einen guten Ruf erarbeitet. Und das vor allem bei den Reedereien. Die Techniker des 23-Mitarbeiter-Unternehmens sind weltweit unterwegs, um Ruderanlagen, Kräne, wasserdichte Türen oder auch Rettungsmittel in kleine und große Schiffe einzubauen oder zu reparieren.

 

Ungewöhnliche Folgeaufträge

Dabei sind oftmals unkonventionelle Methoden gefragt. Statt aufzugeben, weil ein Ersatzteil erst Wochen später lieferbar ist, bauen die Techniker als Übergangslösung an anderer Stelle etwas aus und setzen es ein. „Damit das Schiff weiterfahren und der Reeder Geld verdienen kann“, erklärt Heuer.

Allerdings sind die Leute von RC Hydraulik nicht nur an Bord von Schiffen. Das mittelständische Unternehmen hat noch einiges mehr zu bieten: Hydraulische Antriebstechnik, Industrieanwendungen für Prüfmaschinen in der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie die Entwicklung von Systemen für die Forsttechnik. Für letzteres habe er sich mit einem ausländischen Partner zusammengetan, meint Heuer.

Mit dem Bau von Schiffen direkt hat RC Hydraulik indes nichts zu tun. Die Syker kommen erst dann ins Spiel, „wenn das Schiff in Fahrt ist“, wie es der Geschäftsführer umschreibt. Er und seine Mitarbeiter machen sich die Tatsache der Branche zunutze, dass Neubauten über den Preis realisiert werden. Das heißt, die jeweilige Werft versucht meistens, Komponenten so günstig wie möglich zuzukaufen oder zu produzieren. Das sei aber laut Heuer oftmals nichts Werthaltiges. Und wenn der Eigner das dann im Lauf der Zeit feststellt, kommt RC Hydraulik ins Spiel.

Rundum-Betreuung der Kunden

Sind die Mitarbeiter erst an Bord, sorgen sie für die Rundum-Betreuung ihrer jeweiligen Kunden: Sie kümmern sich nicht nur um die Hydraulik, sondern erledigen auch anfallende Arbeiten an der Mechanik und Elektrik des Schiffes gleich mit. Heuer sagt lachend: „Das ist wie bei einem Überraschungsei: drei in einem.“ So etwas spricht sich in einer zwar globalen, gleichwohl aber recht überschaubaren Branche schnell herum – und führt zu mitunter recht ungewöhnlichen Folgeaufträgen.

Heuer erinnert sich beispielsweise daran, wie seine Mitarbeiter in Kiel neue Motoren in Rettungsboote einbauen sollten. Das sei eigentlich ein Job für Motorenschlosser und nicht für Hydrauliker. Aber das war dem Auftraggeber egal. „Bei Euch muss ich mir keine Kopfschmerzen machen“, zitiert Heuer die Begründung für die Vergabe.

Auf ein anderes Beispiel weist der RC-Hydraulik-Chef beim Rundgang durch die Werkshallen hin: In einer Holzkiste liegt eine Ansammlung von Zahnrädern – ein Schiffsgetriebe aus Griechenland, Baujahr 1971. Das müsse überholt werden, was eigentlich auch nicht die Syker Kernkompetenz sei. Aber die Syker haben das schon mehrfach gemacht, und auch hier fand der Schiffseigner, dass das Getriebe noch nie so gut gelaufen sei, wie nach der Überholung durch die Mitarbeiter aus der norddeutschen Tiefebene.

Dass die Syker ihre Kunden immer wieder in Erstaunen versetzen, liegt Heuers Überzeugung nach am Herzblut aller, „etwas zu realisieren, wenn es stockt“. Und: „Unsere Leute sind einfach mit Spaß dabei“, lobt der Chef seine Mitarbeiter. „Und wir sind da nicht ganz unerfolgreich.“

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https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/herr-kraene-rettungsboote-821706.html

 

Syker Firma RC Hydraulik- und Industrieservice kompetenter Partner auf dem internationalen Markt

Herr der Kräne für Rettungsboote

Der Syker Unternehmer Michael Heuer und sein Rettungsbootdavit.
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Der Syker Unternehmer Michael Heuer und sein Rettungsbootdavit.

Syke - (vog) · Asien, Nord- und Südamerika... Die geschäftlichen Kontakte des Syker Unternehmers Michael Heuer reichen weit. Mit seiner Firma RC Hydraulik- und Industrieservice hat er sich auf die Fertigung und Reparatur von hydraulischen Systemen spezialisiert sowie auf den Service an „Life Saving Appliances“ – Rettungsinseln.

 

Das „jüngste Kind“ aus dem Hause RC Hydraulik sind Kräne für Rettungsboote. So genannte Rettungsdavits (Davit: ein aus Eisen gefertigter Kran nahe der Bordwand größerer Schiffe, mit dem Boote ausgesetzt beziehungsweise heraufgeholt werden) für Hyperbaric Lifeboote. Das sind Rettungsboote speziell für Taucher, versehen mit einer Druckkammer.

Der aktuelle Auftrag für zwei neue Exemplare kommt aus Singapur. Zwei weitere Kräne gehen nach  Südamerika.

Im Hof der Firma steht ein solcher Rettungsbootdavit. Der Syker Unternehmer wirkt klein zwischen den beiden etwa sechs Meter hohen Metallträgern. Sie bilden die Ausleger des Krans, zwischen denen später das Rettungsboot bewegt wird.

 

„Die Anlage wird komplett abgebaut, verpackt und dann nach Singapur verschifft“, erklärte Heuer gestern nicht ohne Stolz auf den neuen Auftrag.

Leicht ist es nicht, in dieses wirtschaftliche Segment der Schifffahrt hineinzukommen. „Geht nur über persönliche Kontakte. Man kennt sich“, sagt der Syker Unternehmer und meint damit auch seine Firma, deren Arbeit international bekannt ist.

Das weiß offenkundig auch das holländische Unternehmen Oceanwide safety at Sea. Für das hat die RC Hydraulik die fertige Konstruktion des Davits mit Zeichnungsgenehmigung durch eine Klassifizierungsgesellschaft (Germanischer Lloyd) sowie die hydraulische und elektrische Steuerung  realisiert.

„Wir liefern das komplette Rettungssystem“, betont Michael Heuer und freut sich, auf dem Markt neue Türen aufgestoßen zu haben. Geöffnet haben ihm das zwei Zeugnisse: das europäische Schifffahrtausrüstungszertifikat (MED) und die Prüfung durch das American Bureau of Shipping (ABS).

Zum Aufschwung des Syker Unternehmens habe der holländische Partner mit seinem Hyperbaric Lifeboat und seinen Kontakten auf dem Markt beigetragen, erklärt Heuer.

Nur stetige Innovationen und neue Herausforderungen festigten die Position seines Hauses.

Mit zurzeit 13 bestellten Rettungsboot-Systemen und einigen in der Endverhandlung befindlichen Projekten sieht sich der Syker Unternehmer durchaus auf dem richtigen Weg.

Dabei schläft die Konkurrenz naturgemäß nicht. Chinesische Unternehmen versuchen längst, auf dem Markt Fuß zu fassen.

Bei speziellen Dingen sei jedoch, so der Geschäftsmann, weiterhin europäische Qualität gefragt. Deshalb gingen fast ausschließlich Aufträge in Deutschland und im nahen Umfeld ein.

Heuer sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt. In seiner vor sechs Jahren gegründeten Firma beschäftigt er momentan 22 Mitarbeiter.

Aufgrund der guten Zukunftsperspektive hat sich die Geschäftsführung von RC Hydraulik zur Grundsteinlegung einer dritten Fertigungshalle im Syker Gewerbegebiet entschieden. Eine vierte Fertigungshalle sei in Planung, heißt es.

2004 hat Heuer seine Firma in Syke aufgebaut. Standbein war die Hydraulik. Mit den Kundenwünschen erweiterte das Unternehmen Jahr für Jahr seine Palette. 2007 kam die elektrische Steuerungstechnik hinzu, vor einem Jahr die Konstruktion von Maschinen und Stahlbauprodukten.

Der Geschäftsmann schätzt den Wirtschaftstandort Syke und das Umfeld gesunder mittelständischer Firmen. RC ist offenkundig ein fester Bestandteil davon mit internationalem Kontakt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr der Kräne für Rettungsboote

Artikel publiziert am: 29.06.10

 

 

 

 


                                        

 

 

 

 

 

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